GOC 1. Tag: Zwei kleine Italiener…

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„Zwei kleine Italiener…“: Mirko Gozzoli & Edita Daniute, Litauen, und Benedetto Ferruggia & Claudia Koehler, Deutschland, begeisterten das Publikum

Professionals Standard

Mit Spannung wurde das Standard-Turnier der Professionals erwartet. Über 50 Paare waren gemeldet.Gleich drei mehrfache Weltmeister wollten sich auf der Tanzfläche treffen: Mirko Gozzoli & Edita Daniute, Litauen, Paolo Bosco & Joanne Clifton, Italien und Benedetto Ferruggia & Claudia Koehler, Deutschland. Leider traten dann Paolo & Joanne kurzfristig doch nicht an…

 

So waren es halt doch nur „zwei kleine Italiener“… Wer jedoch dachte, Mirko Gozzoli & Edita Daniute würden nun einen unangefochtenen Sieg mit grossem Vorsprung in ihr herausragendes Palmarés schreiben können, wurde schnell eines Besseren belehrt. Benedetto Ferruggia & Claudia Koehler gaben sich von Beginn weg sehr kämpferisch und überzeugten mit einer unbändigen, packenden Tanzfreude. Mit spitzbübischem Schalk forderte er sogleich Mirko heraus. So änderte er oft seine Choreografien, um spielerisch Mirko & Edita zu umkreisen oder ahmte ihre Figuren als „Schattenpaar“ nach.

Ab der zweiten Runde stieg Mirko ebenso kreativ auf dieses Spiel ein. Das Publikum in der voll besetzten Liederhalle topte und feierte beide Ausnahmepaare begeistert.

 

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Mirko Gozzoli & Edita Daniute

Benedetto Ferruggia & Claudia Koehler

Benedetto Ferruggia & Claudia Koehler

 

Hier trafen sich nicht nur zwei unterschiedliche Tanzstile, sondern auch zwei Tanz-Epochen! Die Unterschiede waren im direkten Vergleich, Amateur-Weltmeister gegen Profi-Weltmeister, sehr augenfällig und zeigten die Weiterentwicklung der letzten Jahre der Amateure sehr eindrücklich auf.
Mirko Gozzoli präsentierte mit seiner aussergewöhnlichen Eleganz sehr imponierend, wie man ein Timing bis af das letzte Quentchen ausquetschen kann. Wie man so „Rise and Fall“ extrem ausdehnen kann.
Benedetto Ferrugia & Claudia Köhler überzeugten mit einem noch vielfältigeren Figuren-Repertoire mit noch extremeren Dynamikunterschieden. Ihre Präsentation wirkte dadurch wesentlich agiler und (auch durch die freien Improvisationen) lebendiger. Ihr Top war im direkten Vergleich klar grösser und imposanter. Speziell fiel dies in allen Extension-Bewegungen auf. In schnellen Shape-Wechseln und Rotationen wurden Mirko & Daniute kompakter. Benedetto & Claudia konnten in solchen Movements ihre Extension noch vergrössern ohne an Präzision zu verlieren.

Da kann man gespannt sein, wohin die Entwicklung führt.

 

Im Halbfinale wurde der gegenseitige Schabernack dann soweit getrieben, dass sogar der Turnierleiter eingreifen musste. Nachdem Mirko im English Waltz mit stationären Wiegeschritten demonstrativ während fast 10 Takten Benedetto in die Ecke drängte und ihn immer wieder blockierte, wurden beide Paare zum Chairmen zitiert. Vor jubelndem Publikum wurde beide Paare zu sportlicher Fairness aufgerufen. Doch trotz dieser Regelwidrigkeit waren sich beide Paare jederzeit sehr freundschaftlich und sportlich gesinnt. Beide genossen offensichtlich das Spiel sehr!

 

1. Rang: Mirko Gozzoli & Edita Daniute, Litauen

1. Rang: Mirko Gozzoli & Edita Daniute, Litauen

 

2. Rang: Benedetto Ferruggia & Claudia Koehler, Deutschland

2. Rang: Benedetto Ferruggia & Claudia Koehler, Deutschland

 

Schlussendlich haben die „Altmeister“ Gozzoli/Daniute die Herausforderer Ferruggia/Köhler noch einmal in die Schranken gewiesen. Doch für die Weltmeister der WDSF-Professionals, die seit Mitte der 90er Jahren zur Weltspitze gehören, war der Vergleich mit den erst vor Kurzem zu den Profis gewechselten Stuttgarter Lokalmatadoren beileibe kein Spaziergang.

Der Slowfox, der Langsame und der Wiener Walzer gingen mit jeweils 8:3 „Einsen“ relativ klar an das italienisch-litauische Paar. Den Tango gewannen Gozzoli/Daniute mit 6:5 ganz knapp, den Quickstep entschieden Ferruggia/Köhler mit 6:5 für sich.

„Wir haben mit Spannung auf den Vergleich mit Benedetto und Claudia gewartet und ihn genossen. Dass sie jetzt bei den Profis starten, ist eine neue Herausforderung für uns, die wir gerne annehmen“, freute sich Mirko Gozzoli über den Sieg und lobte die Atmosphäre in der Liederhalle: „Ein ganz großes Kompliment von uns, die Stimmung ist hervorragend.“ Im November wird es bei den Europameisterschaften in Leipzig zum nächsten Schlagabtausch kommen!

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Die weiteren Plätze im Finale der besten sechs Paare belegten Donatas Vezelis/Lina Chatkeviciute (Litauen/3.),Evgeny Moshenin/Anna Oksengoyt (Russland/4.), Hong Shen/Yu Jie Liang (China/5.) und Andrey Chubarev/Anastasia Yermolenko (Ukraine/6.).

 

3. Rang: Donatas Vezelis & Lina Chatkeviciute (Litauen)

3. Rang: Donatas Vezelis & Lina Chatkeviciute (Litauen)

 

4. Rang: Evgeny Moshenin & Anna Oksengoyt (Russland)

4. Rang: Evgeny Moshenin & Anna Oksengoyt (Russland)

 

5. Rang: Hong Shen/Yu Jie Liang (China)

5. Rang: Hong Shen & Yu Jie Liang (China)

 

6. Rang: Andrey Chubarev/Anastasia Yermolenko (Ukraine)

6. Rang: Andrey Chubarev & Anastasia Yermolenko (Ukraine)

 

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